Fragen zu Mia

Zeus-Interview zum Thema „Schulhund Mia“

Vor den Ferien habe ich für ein Kind aus der 8. Klasse vom Gymnasium Langenberg ein Interview gegeben, weil mich das Mädchen dazu im Rahmen ihres Zeus Projektes befragt hat. Hier das Interview mit vielen Informationen rund um unseren Schulhund Mia.

1. Was waren Ihre Beweggründe, ihre Hündin Mia mit in den Schulunterricht zu integrieren?
Ich bin selbst ein Mensch, der sehr gerne Zeit mit Tieren verbringt. Daher macht es mir Spaß, diese Freude an Kinder weiterzugeben.
Ein Schulhund ist zudem ein toller „Co-Pädagoge“ und unterstützt mich bei meiner Arbeit. Kinder lernen in entspannter Atmosphäre den richtigen Umgang mit dem Hund, sie lernen mit hoher Motivation und ihr Selbstvertrauen wird gestärkt. Mit der Überlegung bezüglich der Anschaffung eines Hundes ging bei uns der Gedanke einher, welcher Hund sich auch als Schulhund besonders gut eignen könnte.

2. Welche Kriterien muss ein Hund ihrer Meinung nach erfüllen, um als Schulhund eingesetzt zu werden?
Ein Schulhund sollte vom Wesen her sehr freundlich und menschenbezogen sein und sich wenig ängstlich oder schreckhaft zeigen. Außerdem ist eine Ausbildung im Bereich Grundgehorsam unerlässlich sowie eine geeignete Ausbildung zum Schulhund im Rahmen einer Fortbildung hierzu von Hund und Halter.

3. Wie haben Sie sich und ihren Hund auf den Schulalltag vorbereitet?
Zunächst habe ich die Kinder und ihre Eltern über den geplanten Einsatz informiert (Fragebogen an Eltern mit Einverständniserklärung). Weiterhin habe ich mit den Kindern Regeln zum richtigen Umgang mit dem Hund – sie heißt übrigens Mia – erarbeitet. Mia selbst hat zunächst die Schule ohne Kinder kennengelernt, so dass sie mit den Räumlichkeiten schon etwas vertraut war und ihren eigenen Platz im Klassenraum kannte. Ein ritualisierter Tagesablauf hilft den Kindern und dem Hund sich auf den Tag einzustellen.

4. Seit wann und in welcher Klasse nimmt Mia am Unterricht teil?
Mia nimmt seit Mai 2016 am Unterricht der Klasse 3b teil. Zu diesem Zeitpunkt war sie etwa zwölf Wochen alt. Da sie noch sehr jung ist, nimmt Mia zurzeit regelmäßig einmal in der Woche am Unterricht teil.
Eine Steigerung der Stundenzahl oder auch Tage erfolgt kleinschrittig, um das Tier langsam an die Situationen heranzuführen und an die unterschiedliche Begebenheiten zu gewöhnen. Werden die Tiere nicht langsam an das Schulleben und die Aufgaben gewöhnt, ist so ein Tag eine zu hohe Belastung für den Hund.

5. Wie war die Reaktion von Mia und der Klasse, als sie das erste Mal mit dabei war?
Mia kam schon als Welpe mit in die Klasse 3b und sah aus wie ein einziges, helles Fellknäuel. Daher waren die Kinder allein schon durch ihren Anblick entzückt. Sie haben sich gefreut und waren sehr bemüht, alles richtig zu machen, was sie bisher über die Regeln im Umgang mit dem Hund gelernt hatten.

6. Wie gestalten Sie den Unterricht, wenn sie mitkommt?
Wenn Mia mit in die Schule kommt, hänge ich vor dem Klassenraum ein Schild an die Tür, so dass die Kinder und auch andere Personen im Gebäude über die Anwesenheit des Schulhundes im Raum Bescheid wissen. Den Morgen beginnen wir, indem Mia ein Schläfchen in ihrem Körbchen hält und wir unser Begrüßungslied singen und den Tagesplan anschauen. Häufig arbeiten die Kinder dann an ihren Aufgaben während Mia entspannt an ihrem Platz liegt. Später machen wir mit Mia eine Übung oder ein Spiel. In das Spiel bzw. die Übung sind aktuelle Unterrichtsinhalte – wie beispielsweise gerade gelernte mathematische Rechenoperationen – integriert. D.h. zwischen dem Spiel und den Unterrichtsinhalten kann auch ein Außenstehender unmittelbar einen Bezug herstellen.

7. Was ist dann ihre Aufgabe?
Allein durch ihre Anwesenheit trägt Mia zu einer entspannten Lernatmosphäre bei. Zu Beginn waren die Kinder noch aufgeregt,
mittlerweile können sie prima leise arbeiten, wenn Mia im Raum ist.
Inhaltlich kann Mia in fast allen Fächern eingesetzt werden. Dies geschieht in Form einer Übung oder einem Spiel. Je nachdem was ausgesucht wird, sind einzelne Kinder oder die gesamte Klasse integriert. Mia kann zum Beispiel wie eine Art „Zufallsgenerator“ fungieren – sie dreht beispielsweise ein Rad oder wirft einen Würfel. In Abhängigkeit vom Ergebnis sind Aufgaben von den Kindern zu lösen.

8. Verändert sich die Atmosphäre/ Arbeitsverhalten, wenn sie anwesend ist?
Ja, da bin ich mir ganz sicher! Die Kinder achten insbesondere auf ihre Arbeitslautstärke und sie gehen sehr bewusst mit ihren eigenen Bewegungen um. Sie kontrollieren sich dann toll selbst und die Atmosphäre ist entspannt.

9. Haben Sie das Gefühl, dass Mia gerne mit in die Schule kommt?
Ja ich glaube dass Mia gerne mit in die Schule geht. Ihre äußeren Zeichen lassen unmittelbar darauf schließen. Sie mag Kinder sehr gerne und freut sich sie zu sehen. Außerdem macht sie besonders gerne Übungen und Spiele oder lernt einen neuen Trick.

10. Erkennen Sie Unterschiede zum Unterricht mit und ohne Hund?
Der Zeitraum, in dem ich mit einem Schulhund arbeite, ist noch zu kurz, als dass ich die Entwicklung schon genau beschreiben könnte. In jedem Fall macht den Kindern und mir die Arbeit mit Mia großen Spaß und die Motivation zu lernen ist in diesen Momenten besonders hoch. Außerdem ist es im Schulalltag eine weitere Form des Lernens, die den Kindern geboten werden kann.

Karen Werding
Herzliche Grüße,
Karen Werding